Coronapolitik: Psychologische Kriegsführung

bitte nicht einknicken!

Katy Pracher-Hilander ist Beraterin in Wirtschaft und Politik. Sie ist spezialisiert auf die Psychologie der Urteils- und Entscheidungsfindung und von evidenzbasiertem Arbeiten. Sie berichtet über psychologische Kriegsführung und hat eine gute Botschaft, wie wir uns auf die kommenden Ereignisse vorbereiten und den Hebel umlegen können.
Wir zeigen Ihnen im Anschluss das Interview, das wir mit freundlicher Genehmigung von Aufrecht Auf1 ausstrahlen dürfen. Hören Sie selbst, was es in dieser Zeit braucht, um eine positive Lawine ins Rollen zu bringen.

AUFRECHT AUF1 : mit Elsa Mittmannsgruber

Interview mit Psychologin Pracher-Hilander: „Wir brauchen die Masse nicht!“

Herzlich willkommen, liebe Zuseher, zu einer neuen Ausgabe von AUFRECHT AUF1. Mein heutiger Gast ist die Sozial- und Wirtschaftspsychologin Katy Pracher-Hilander. Vor wenigen Wochen war sie bereits bei mir im Studio und ist seither der große Sieger bei Auf1. Zahlreiche Zuseher baten uns um eine Fortsetzung dieses spannenden Interviews und dem kommen wir gerne nach. Katy Pracher-Hilander ist Beraterin in Wirtschaft und Politik und spezialisiert auf evidenzbasiertes Arbeiten und der Psychologie der Urteils- und Entscheidungsfindung. Herzlich willkommen Frau Pracher-Hilander.

K. Pracher-Hilander: Hallo Frau Mittmannsgruber. Danke für die Einladung.

E. Mittmannsgruber: Sie haben bei unserem letzten Gespräch von psychologischer Kriegsführung gesprochen. Wo stehen wir denn jetzt, haben wir den Krieg bereits verloren?

K. Pracher-Hilander: Nein, aber ich muss sagen aus psychologischer Sicht, hat der Krieg überhaupt noch nicht richtig angefangen. Also, der richtige Krieg wird erst kommen. Jetzt ist gerade so was, wie die Ruhe vor dem Sturm. Die Menschen haben jetzt, so was wie eine Pause bekommen von der Regierung, dass sie sich noch einmal ein bissel sammeln können, ein bissel vergessen können, auch ein bisschen Dampf ablassen können oder vergessen, dass sie ein bissel wütend waren oder angespannt sind, um dann im Herbst mit voller Maschinerie wieder loslegen zu können. Das heißt, wir haben jetzt eigentlich kleine Schlachten gehabt, aber der tatsächliche Krieg gegen das Volk von der Politik, das wird uns noch bevorstehen.

E. Mittmannsgruber: Wie kann denn es sein, dass wir jetzt eine Erholung haben? Wir müssen ja trotzdem Masken tragen und uns testen. Das ist ja keine Erholung. Aber es wird anscheinend von den meisten so empfunden.

K. Pracher-Hilander: Genau. Genau gemessen an dem, was wir schon durchgemacht haben, mit Lockdowns und heute das und morgen jenes und keiner hat sich ausgekannt. Aber jetzt laufen sie auch kreuz und quer, manche mit Maske, manche ohne, manche FFP2, manche irgend etwas anderes, eine andere Windel. Dann, wissen wir, dass sie tatsächlich schon komplett durchgerüttelt waren und keiner irgendwie eine Orientierung hatte, komplett orientierungslos herumgelaufen ist. Und jetzt ist so eine kleine Phase, jetzt wird von der Politik relativ wenig rausgeschleudert an Information. Jetzt können sie sich wieder ein bisschen sammeln und das ist dann eben das vermeintliche, die vermeintliche Ruheinsel, die uns jetzt gerade gegönnt wird, ja gnädiger weise. Aber das ist mit Vorsicht zu genießen. Es ist überhaupt nicht so. Ja, das heißt, jetzt wäre es eine gute Zeit, tatsächlich sich zurück zu nehmen, im Sinne von Kräfte sammeln, etwas erholen, aber mit dem Wissen, dass jetzt wieder mal dann was kommen wird, dass das andere wahrscheinlich in den Schatten stellen wird, das, was bis jetzt an Programm abgelaufen ist. Und wenn man es aber im Vorhinein schon weiß, dann kann man natürlich auch komplett anders drauf zugehen, ja, es erschlägt einen nicht überraschend, sondern darauf vorbereiten und im Hinterkopf haben, dass der Herbst jetzt z.B. jetzt noch einmal ordentlich was auf den Tisch bringen wird.

E. Mittmannsgruber: Aber haben wir uns an die Maßnahmen, ebenso wie Maske oder Test schon so weit gewöhnt, dass uns das zu wenig, so wenig stört?

K. Pracher-Hilander: Absolut, das ist das faszinierende, aus psychologischer Sicht. Die Menschen sind schon, wir wissen es von Tieren, wenn wir sie einsperren, wenn sie lange genug eingesperrt waren und wir machen dann die Käfigtür auf, wo jeder dann erwarten würde, he, das freut sich jetzt, das Tier, das darf jetzt raus, dann sind sie verschreckt und kommen nicht raus. Dasselbe ist jetzt mit den Menschen. Sie wurden mehr oder minder binnen Tagen und Wochen daran dahingehend trainiert, nicht rauszugehen, nur das zu machen, was so quasi angeordnet, erlaubt ist, ja, incl. Maske tragen. Und wenn wir jetzt sagen: „Ok, du darfst jetzt die Maske wieder abnehmen.“ Oder: „Du darfst dich jetzt wieder halbwegs normal bewegen“, sieht man einfach, wie viele sich damit schwer tun und auf Anfrage: „He, warum tust du das jetzt? Hier und hier ist die Verordnung jetzt gar nicht mehr gültig.“ „Ja, ich fühl mich jetzt besser damit.“ Also sie haben sich schon daran gewöhnt. Also der Gewohnheitseffekt, der ist sehr schnell eingetreten und es ist ganz klar, dass das Teil der psychologischen Kriegsführung war, die Leute sind schon gebrochen. Sie nehmen schon Dinge, die absolut irrational und abnormal sind, als was komplett Normales an. Und das was vorher normal war, ist in ihren Augen jetzt absolut irrational und abnormal. Ja, also ohne Maske herumzulaufen, das entspricht überhaupt nicht mehr dem normalen Lebensgefühl. Komplett in die andere Richtung geswitcht alles, aber das ist Teil der psychologischen Kriegsführung, das gehört dazu.

E. Mittmannsgruber: Das heißt dann, da kann man ja jetzt wunderbar darauf aufbauen im Herbst. Sind wir schon auf einem ganz anderen Level, wo die Politik starten kann.

K. Pracher-Hilander: Absolut genau! Das heißt, sie haben jetzt die Menschen, die Masse schon da, startklar – wie Sie es gesagt haben – wo sie sie haben wollen und wir müssen, das habe ich damit gemeint, wir müssen im Herbst damit rechnen, dass hier dann noch mehr Hetze gegen Ungeimpfte, sichtliche Hetzkampagnen, gestartet werden. Ich meine, sie sind sowieso schon die ganze Zeit da, man muss nur genau hinhören, auch wenn sie nach vorne hin von Politikern immer als beschwichtigend und als solidarisch mit anderen etc. so formuliert werden. Also jetzt nicht so direkt mit dem Finger auf Ungeimpfte zeigen, aber in Wirklichkeit läuft die Sprache, alles darauf hin, die Rhetorik, dass durch die Tür Ungeimpfte als Buhmänner hergenommen werden. Spätestens ab Herbst, September, Oktober werden wir das Szenario haben, dass wieder einmal Statistiken gebastelt werden. Ja, das kennen wir. Wir wissen, dass die Statistiken gedreht und verdreht und manipuliert sind. Und dann wird gesagt: „Ja, das haben wir jetzt den Ungeimpften zu verdanken.“
Also Arbeitnehmer müssen sich darauf vorbereiten, dass sie von Kollegen gemobbt werden, dass sie quasi mehr oder minder schon als Todesboten gesehen werden, die den Killervirus herumtragen und das wird eine sehr, sehr schwierige Zeit für sehr, sehr viele, auch für Schüler. Also ganz viele Schüler werden ein massives Problem bekommen im Herbst und deren Eltern, aber da müssen wir durch. Da müssen wir durch! Das heißt, sich dessen klar werden, es wird kommen, aber bitte nicht einknicken! Sonst geben wir diesem Psychoterror nach und man darf Psychoterror nicht nachgeben. Psychologische Kriegsführung ist keine Kleinigkeit! Das ist keine Kleinigkeit und für mich als Psychologin ist das absolut kriminelles Verhalten, das hier an den Tag gelegt wird, von Politikern, von den Handlangern und von den Massenmedien. Absolut kriminelles Verhalten!

E. Mittmannsgruber: Wie ist denn das möglich, dass man das so leicht auch machen kann, dass man der Masse einen Sündenbock vorgibt und da dann diese Hexenjagd so leicht auslösen kann. Sie fangen ja jetzt schon damit an, ich habe vor kurzem einen Artikel gelesen, wo gestanden ist: „Die Pandemie der Ungeimpften“, also es wird schon ganz klar – geht schon ganz klar in diese Richtung und es ist davon auszugehen, dass die Masse da auch mitmacht bei diesem „Sündenbock jagen.“ Was ist da der psychologische Effekt? Warum geht das da so einfach?

K. Pracher-Hilander: Ja das kennen wir aus der Geschichte. Warum ging es vor paar Jahrzehnten so leicht? Der beste Kumpel, der Nachbar war über Nacht der Feind. Da kann man sich jetzt auch fragen, warum ist das so? Warum war das so? Und wir haben immer gesagt, das wird uns nie wieder passieren. Das passiert gerade wieder, alle machen gerade mit, also die Masse macht gerade mit. Es ist so, dass Menschen, wenn man ihnen so quasi eine Gefahr suggeriert, komplett darauf anspringen. Und in diesem Falle ist es noch dazu eine unsichtbare Gefahr. Früher hatte die Gefahr zumindest ein Gesicht, einen Nach- und einen Vornamen, einen Lebenslauf. Jetzt haben wir es mit einer Gefahr zu tun, die sieht man nicht einmal. Das heißt, etwas, das ich nicht sehe, kann ich sehr leicht dem Volk verkaufen. Das ist genau so unsichtbar wie Atom und von dem wissen wir aber schon, dass das Gefahren mit sich bringt, einfach aus bestimmten Situationen heraus. Hier haben wir es mit einer Gefahrenquelle zu tun, die ist für die Masse unsichtbar, eine komplett neue Situation und dadurch lässt sich das natürlich als Verkaufstrick bestens verkaufen. Okay wir haben einen Virus, die meisten wissen zwar gar nicht, wie ein Virus ausgestattet ist; hat er einen Zellkern? Nein – bla, bla, bla – aber wir wissen, der Virus ist gefährlich und der Virus wird uns alle umbringen und das ist die Gefahr. Das heißt, wenn Sie jetzt Virusträger sind, sind sie so quasi symbolhaft für den Virus, und da muss ich Sie bekämpfen und wenn ich Sie bekämpfe, bekämpfe ich gleichzeitig meinen Feind den Virus. Dann werden Sie in diesem Augenblick noch ein Objekt. Dann sind Sie einfach nur mein Feind und nicht mehr der nette Freund und Kumpel, den ich halt kannte, oder mein Arbeitskollege mit dem ich mich halt jetzt zehn Jahre gut verstanden hatte. Über Nacht sind Sie nur noch ein Virusträger.
Das ist etwas, das ist absolut perfide gemacht, und als Sozialpsychologin kann ich de facto sagen: Die psychologische Handschrift ist zu lesen. Es ist glasklar, dass hier Psychologen am Werk sind, die Politiker und PR-Agenturen und alle, die hier mitmischen, beraten, wie sie psychologisches Wissen gegen die Menschen einsetzen können. Dafür ist Wissenschaft nicht gemacht. Und deswegen bin ich auch laut, weil ich die Pflicht habe, mich schützend vor die Wissenschaft zu stellen. Dafür ist 70, 80 Jahre psychologische Forschung nicht gemacht. Sie wird missbraucht. Aus diesem Grund kann ich nur sagen, dass es hier ganz, ganz schmutzig ist, was hier gerade abgeht. Es wäre wichtig, dass die Menschen auf der Hut sind und sich dessen bewusst sind, dass sie absolut manipuliert und geleitet werden. Und sie merken es nicht. Das ist das Tragische.

E. Mittmannsgruber: Kann man denn dazu beitragen, dass sie es merken?

K. Pracher-Hilander: Die Frage ist, muss es die Masse merken? Aus psychologischer Sicht muss ich sagen, es gar nicht notwendig, dass die Masse mitbekommt was abgeht. Ich glaub, ich hab beim letzten Mal gesagt – juristische Psychologie – wir wissen, dass bei Geschworenen, Gerichten ein einziger Querdenker reicht, um die anderen zwölf rumzu- reißen. In einer großen Population ist es ähnlich. Da reicht ein relativ geringer Prozentsatz, um die andere Masse, um die Anderen mitzureißen. Also Daumen mal Pi kann man hier wahrscheinlich von 10 Prozent sprechen, die notwendig sind oder die ausreichen, um eine Gegenbewegung tatsächlich so ins Rollen zu bringen, dass man den Rest mitreißt – die anderen 90 Prozent. Die gute Botschaft ist, die haben wir allemal. Diese 10 Prozent, die sind wir locker. Wir sind viel, viel mehr, wenn man sich jetzt auch – ich nehme mal stark an, auch die gedeichselten Zahlen verschönert, wie viele schon geimpft sind in Österreich. Ich würde keinen Cent darauf verwetten, dass die Zahlen stimmen. Auch, wenn wir die hernehmen und sagen, so Daumen mal Pi sind 50 Prozent vielleicht geimpft. Dann sind immer noch 50 Prozent nicht geimpft. Das heißt, die 10 Prozent, die wir bräuchten, haben wir fünfmal. Von daher würde ich sagen, wir brauchen die Masse nicht. Wir müssen sie gar nicht abholen und ansprechen und uns darauf fokussieren.
Viel wichtiger wäre für uns selbst, dass bei uns der Groschen fällt, dass auch bei uns dieser Aha-Effekt einsetzt, wir sind eh genügend, wir haben es in der Hand. Wir haben schon die ganze Zeit den Hebel in der Hand, nur ist es uns selbst noch gar nicht bewusst. Es ist uns auch tatsächlich nicht bewusst, dass wir den Hebel in der Hand haben. D.h., so gesehen können wir über die Nacht vieles bewirken.

E. Mittmannsgruber: Und wie legen wir dann den Hebel um?

K. Pracher-Hilander: Das Erste ist natürlich standhaft bleiben, so schwer es fällt. Wir müssen standhaft bleiben, sich vor Augen führen – Worst-Cast Szenarien. Was kann tatsächlich am Ende des Tages – was ist das Schlimmste, was mir passieren kann? Und das in Vergleich setzen mit dem was passiert, wenn wir nichts dagegen tun. Und dann wird für jeden klar sein, wir müssen was tun. Das Worst-Cast Szenario kann nie so schlimm sein, wie die Realität, wenn wir nichts tun.

Führungsrolle übernehmen, wo immer es geht, stark sein nach außen hin. Menschen orientieren sich an starken Menschen. Menschen brauchen Orientierung, deswegen ist es für die Politik auch so wichtig gewesen, sie orientierungslos zu machen. Das ist ja auch Teil der psychologischen Kriegsführung. Das heißt, Menschen Orientierung geben, Anhaltspunkte geben und vor allem ihnen zeigen, wir sind eine Gruppe. Wir sind sehr gruppenorientierte Wesen. Wenn jetzt die Masse glaubt sie muss sich an diese Maskenträger anheften, denn da haben sie so quasi eine Peergroup, eine Gruppe, dann aber vor Augen führen: es gibt auch noch eine andere Gruppe. Wir nehmen dich in unsere Familie auf und dann bist du gestärkt von vorne, hinten, links und rechts. So kann man wachsen. So kann man noch eine Lawine ins Rollen bringen.

E. Mittmannsgruber: Ich glaube, das ist der Grund, warum man oft das Gefühl hat, es gibt nicht so viele, die genau so denken wie man selbst und genau so kritisch sind, weil die ja nicht so laut sind oder bemerkbar, oder gar nicht wissen, was soll ich denn jetzt überhaupt dagegen tun.

K. Pracher-Hilander: Deshalb ist Vernetzung so wichtig. Ganz, ganz viel Netzwerkarbeit machen. Es gibt so viele, Zehntausende, Hunderttausende in ganz Deutschland und der Welt, Millionen tolle Menschen, die etwas tun. Das Problem ist, jeder macht’s halt in seinem Tätigkeitsbereich und in seinem kleinem Kreis, und sie schaffen es nicht, sich miteinander zu vernetzen. Und wir wissen einfach aus der Geschichte, wir können aus der Geschichte so viel lernen, französische Revolutionen. Immer wenn da ein Bauernaufstand war und dort ein Bauernaufstand, ist alles niedergetrampelt worden. Erst dann, wenn sich einer hingestellt hat und das koordiniert hat und vernetzt hat, ja dann haben die Obrigkeiten ein Problem bekommen, ja dann hat das echt Wind bekommen. Das heißt, vernetzen, noch mehr vernetzen, absprechen, voneinander erfahren. Das macht doch psychologisch die Sicherheit, wenn man dann auch tatsächlich weiß, wie viele man ist. Jetzt haben wir nur das Symbol „Maske“. Das heißt, diese regierungstreuen Mitläufer, die wissen über dieses symbolische Merkmal, wie groß, wie breit ihre Massenbewegung ist, ja? Und die andere Seite tut sich schwer, weil viele, die nicht mit dem Strom mitschwimmen, nach außen hin aber ab und zu dieses Symbol tragen müssen. Das heißt, dadurch verschwinden sehr, sehr viele von uns in der breiten Masse und das sehen wir dann nicht. Das heißt, wir müssen uns untereinander sichtbar machen, vernetzen und, ja, Führungsrolle übernehmen, stark sein im Kleinen wie im Großen. Und sowas trägt Früchte.

E. Mittmannsgruber: Gibt es auch spezielle Schlüsselpersonen, die da besonders wirken würden jetzt auf uns?

K. Pracher-Hilander: Ja, Ärzte. Also Ärzte haben einfach schon immer eine besondere Stellung gehabt in der Gesellschaft. Ich sage mal, bis 2020 eine sehr angesehene Schlüsselrolle, seit 2020 etwas angekratzt. Ärzte ansprechen, ja. Das heißt, es ist ganz, ganz wichtig, dass erst einmal Ärzte sich ihrer ethischen und moralischen Pflicht bewusst werden; aber die, die dies auch tatsächlich wissen, dass es gerade nicht in Ordnung ist, was passiert. Den Mut aufbringen, sich hinzustellen und sagen: Bis daher und nicht weiter! Das ist ganz, ganz wichtig. Wir brauchen Ärzte, die sich schützend vor das Volk stellen, weil sie eben diesen Status „Gott in weiß“ haben, und das Wort „Gott“ sagt ja schon: da höre ich hin. Das heißt, wenn Ärzte anfangen würden, ihren Mund aufzumachen – was mein Gott mir sagt, das stimmt dann schon – dann würde die Masse auch umdenken. Aber solange sie schweigen und nichts tun, ist es ein Problem. Deswegen kann ich nur jedem raten, wenn Sie mit dem Arzt sprechen, zu welchem Thema – Löcher in den Bauch fragen, Löcher in den Bauch fragen! „Welche Studie?“ „Auf was beziehen Sie sich?“ „Wo ist Ihre Informationsquelle?“ Löcher in den Bauch fragen, bis das Vis-à-vis einfach nicht mehr kann, denn die Antworten darauf, die gibt es nicht. Also das, worauf sie sich berufen, das sind ein paar Fetzen Papier, die auch Nichtmediziner ungeschaut in Grund und Boden treten können. Ja, ich lese viel so Papier und ich bin keine Ärztin, aber ich weiß, dass sie das nicht halten, was die Politik uns verspricht. Löcher in den Bauch fragen. Und es gibt auch Juristen, die schon Vordrucke bereithalten, dass man so quasi, auch wenn das Thema Impfung auf dem Tisch liegt, sie darauf hinweist: „Unterschreiben Sie das“? Und da machen dann sehr viele einen Rückzieher, weil sie damit dann konfrontiert werden, dass sie gerade auf der falschen Linie unterwegs sind. Also, alles Psychologische tun, was möglich ist. Und das ist ein psychologisches Nudging, ja? Das heißt, die Wahl geben, meinem Vis-à-vis die Wahl geben zwischen schlecht und richtig zu entscheiden, und ich denke, die meisten werden sich dann doch am Ende des Tages für das Richtige entscheiden.

E. Mittmannsgruber: Jetzt hätten aber Ärzte schon genug Gelegenheit gehabt, dass sie sich selbst informieren. Warum muss ich denn das, sozusagen, erst aus ihnen herauskitzeln?

K. Pracher-Hilander: Es ist paradox, also einige ganz banale Dinge sind Zeitmangel. Das klingt jetzt wahnsinnig banal, aber es ist Zeitmangel. Ich möchte auf so Thematiken wie, dass es nicht Teil der Ausbildung ist, wirklich wissenschaftliche Paper so zu verstehen, wie ich es verstehen muss. Statistik katastrophal, ja, das Verständnis für statistische Zahlen, das wissen wir auch aus psychologischen Forschungen, da ist einfach ein Manko da, aber sehr interessante Aspekte sind, das Wissen über das, was ich bin.
Wenn ich Arzt bin, habe ich schon irgendwie im Kopf, ich bin schon so gut, ich weiß schon alles, ich kann schon so viel, dass ich es gar nicht notwendig habe, kritisch zu hinterfragen. Das heißt, ich bin fehlerfrei. Und das ist ein Problem, das lässt sich auch messen und wir kennen es auch aus Studien, dass Ärzte, deren Eltern selbst nicht Ärzte sind z. B., kritischer, ich sage mal, herabwürdigender über die eigenen Eltern denken. Das heißt, man ist schon so ein leichter Überflieger und sieht sich selbst auch schon in dieser Gottrolle. Und das macht natürlich auch mit der eigenen Reflexionsfähigkeit etwas, aber auch Schuldeingeständnis. Das heißt, das ist eine Hürde, das müssen sie einfach nehmen oder dessen müssen wir uns bewusst sein, dass also solche Dinge, die also quasi der breiten Masse nicht bekannt sind, aber tatsächlich psychologisch existieren. Und das ist mit ein Grund, warum sie den Mund halten und viele schweigen. Natürlich dann auch so Dinge wie Verantwortungsdiffusion, also das sind so die alten Dinge, die ich immer wieder bei Interviews sage. So quasi, wir sind so viele, der andere soll anfangen, also auch diese Dinge. Es gibt einige Hürden, ja.

E. Mittmannsgruber: Es sind ja nicht nur die Ärzte, die schweigen, sondern wie wir vorher gerade gesprochen haben, auch die meisten in der Bevölkerung, die wahrscheinlich kritisch denken. Gibt es da einen Grund, warum wir besonders träge sind, warum auch die Proteste sich mittlerweile sehr im Rahmen halten?

K. Pracher-Hilander: Ja, genau. Die üblichen verdächtigen Dinge aus der Psychologie, die wir wissen, ist Dissonanzreduktion. Das heißt, ich weiß zwar, dass ich etwas tue, was nicht richtig ist, aber ich möchte gern dazu gehören, ja, dieses Normverhalten, ich möchte nicht ausgeschlossen werden, all diese Dinge. Auch Verantwortungsdiffusion, was bei den Ärzten ist. Diese Nullachtfünfzehn-Banalitäten, die kennen wir schon. Ein sehr interessanter neuer Aspekt, den ich so glaube ich noch nicht kommuniziert habe, ist die Kulturvariable.
Also, wir haben hier tatsächlich einen Knackpunkt. Wir sind sehr kulturspezifisch vorbelastet. Das ist also quasi Teil unserer Genetik, wie eine Nation tickt. Wir wissen z. B., in Frankreich gehen die Gelbwesten auf die Straße. In Italien stellen sich Mütter vor ihre Kinder und sagen, nur über meine Leiche. Das ist hier relativ nicht so zu sehen. Also, die Kinder werden da recht bereitwillig für Studien zur Verfügung gestellt. Dieser Kulturaspekt ist sehr interessant. Wir wissen z. B., dass Österreich und Deutschland ja auch in dem, was wir tun, in unserem Arbeitsverhalten und in der Produktion weltweit als Standards gesehen werden, ja. Also, „Made in Germany“ oder „Made in Austria“, das ist schon was. Da weiß man, die Leute arbeiten akkurat, sehr, sehr penibel. Aber was wir auch wissen, ist, dass sich Deutschland und Österreich z. B. dahingehend unterscheiden – der Österreicher ist sehr bequem. Das wissen wir aus Kulturvergleichen in den Studien. Das heißt, wir arbeiten sehr akkurat an einer Sache, machen unser Ding sehr gut, aber dazwischen relativ stresslos, ja, stressbefreit. Wir wissen es aus Messungen durchschnittlicher Gehgeschwindigkeit, ja. Das sind so Feldstudien, die werden gemacht, weltweit. Da wurden ganz ganz viele Nationen angeschaut, da ist Österreich relativ weit vorne, also wir sind relativ geschmeidig beim Gehen, akkurat, d.h., wir brauchen sehr lange, bis uns die Hutschnur reißt. Also, wir sind sehr, sehr ausdauernd, und das ist natürlich jetzt in der Situation ein bissel ein Problem, weil, wann reißt die Hutschnur? Also, wann ist der Punkt erreicht.

Die Deutschen haben zwar nicht dieses extrem Langsame, Träge, wie wir, aber sie sind halt mehr so vom Gehorsam unterwegs. Das ist wieder deren Pferdefuß. Und aus diesen Kulturvergleich-Studien können wir eben auch sehr, sehr viel sehen und Rückschlüsse, aber auch Prognosen stellen: Wie wird sich das Ganze noch entwickeln. Und da kann ich nur sagen, Leute kommt in die Gänge! Also, auch Kulturgenetik kann hier nicht so quasi ganz oben bestimmend sein, wie wir jetzt in Zukunft dastehen werden. Und eine Sache ist auch, und das trifft auch auf Ärzte oder auch auf jeden von uns zu und ist auch ein Problem, aber da gibt´s auch eine Lösung dafür. Wenn wir eine Einstellung besitzen und unser Verhalten mit der Einstellung aber nicht übereinstimmt, das heißt, wir werden jetzt so quasi als Arzt gezwungen, das und jenes zu tun, wir wissen aber, es ist nicht meine Einstellung, dann wird mit der Zeit mein Verhalten zu meiner tatsächlichen Einstellung. Wir glauben dann auch das, was wir sagen und tun.

Das heißt, im Prinzip ist es so, dass Politiker und andere Verantwortliche mit der Zeit ihre eigene Lüge glauben. Und wenn man da nicht reingrätscht, dann bleibt es dabei. Es gibt aber Möglichkeiten, hier von extern da reinzugrätschen. Und das ist eben die Aufgabe und eine dieser Mechanismen ist das, was ich jetzt gebracht habe, die Ärzte darauf anzu-sprechen.

Das ist genau da reinzugrätschen, dass die Einstellung und Verhalten und das, was man tut, dann nicht am Ende des Tages als tatsächlich wahrgenommen wird von diesen Menschen, sondern dass man sie quasi wachrüttelt, indem man da einen Cut reinsetzt. Das kann man von außen bewirken und insofern gibt es viel zu tun und jeder kann etwas machen.

Also an diesem Beispiel sieht man, einfach von Extern reingrätschen, damit beim Vis-à-vis die Lüge nicht zur Wahrheit wird. Das ist empirisch einfach so. So ticken Menschen, so ist die Psychologie der Menschen und je mehr wir über die Psychologie wissen, desto mehr können wir sagen, wie kann ich vorgehen. Also insofern kann ich nur jedem raten, sich auch einige Lehrbücher aus der Psychologie zu kaufen. Es gibt einige, die sind wahnsinnig locker und lustig geschrieben, die sind für Jedermann, nicht nur für Psychologiestudenten, und ein Buch aus der Sozialpsychologie nehmen und lesen. Und dann finden sich auch sehr sehr gute Beispiele, die ich z.B. auch im Freundes- und Bekanntenkreis erzählen kann, auf eine sehr lockere Art und Weise. Das sind auch Möglichkeiten, ich kann was rauskopieren. Das sind so kleine Hilfsmittel, die im Kleinen helfen, aber natürlich auch der gesamten Bewegung helfen.

E. Mittmannsgruber: Wie Sie das dargestellt haben, ist es ja ganz klar ein Wettlauf gegen die Zeit. Und Sie sagen einerseits, wir eignen uns die Wahrheiten oder die falschen Wahrheiten an mit der Zeit und andererseits eben wo Sie sagen, es dauert halt sehr lange, bis die Hutschnur reißt und bis es uns reicht. Ich kenne sehr viel Kritiker dieser Coronapolitik, die sagen: „Warten wir mal ab, ja. Wenn... dann... Wenn dann die Kinderimpfungen kommen... das habe ich vor ein paar Monaten noch gehört. Jetzt ist es: Wenn dann die Impfpflicht kommt... Es wird halt immer so... Und dann ist ja, wenn halt, wenn dann die ganzen Nebenwirkungen der Impfungen mal bekannt werden. Im Grund ist es alles ein Abwarten, bis es mal so schlimm wird, bis dass es dann endlich jedem reicht. Wie sehen Sie das? Haben wir so lange Zeit oder wird das überhaupt dann eintreffen?

K. Pracher-Hilander: Wenn die Politik die Corona-Politik so weiterführt, und das wird sie de facto machen, wird das so sein – dass die Menschen – es wird alles noch so gesteuert werden, dass die Menschen den Zusammenhang nicht erkennen. Das heißt, sie werden die Folgen der Impfnebenwirkungen nicht mit der Korrelation von anstehenden Todeszahlen in Verbindung setzen können, weil alles Zeit versetzt und etc. passieren wird. Das heißt, wenn wir darauf warten, dann könnte es sein, dass wir relativ alt werden, bis es da mal irgendwo kling-kling macht. Das ist tatsächlich ein Problem, aber wie gesagt, wir müssen nicht auf die breite Masse warten und setzen. Wir müssen uns bewusst werden, wir sind schon so viele, dass wenn wir morgen wollen, dass das Ganze ins Stocken gerät, können wir Sand ins Getriebe werfen. Und eines ist klar: Es sind ganz, ganz deutliche Anzeichen da, dass die Politik sehr zittert. Also die wissen, dass sie auf dünnem Eis unterwegs sind und dass das Ganze leicht kippen kann, wenn hier eine Gegenbewegung zu stark wird. Und deswegen werden sie auch im September/Oktober, spätestens Oktober noch einmal ordentlich Fahrt aufnehmen, um da noch einmal drüber zu rollen.

Weil sie eben ganz genau wissen, dass sie auf sehr, sehr dünnem Eis unterwegs sind, dass es jederzeit einbrechen könnte. Wann es einbricht, das liegt bei uns. Das kann heute Abend sein, das kann nächsten Montag sein. Es liegt tatsächlich bei uns, wir können das jederzeit, wenn wir wollen. Wir müssen nur wollen, organisieren und wollen. Und was Sie gesagt hatten mit der Kinderimpfung, auch in meinem Umfeld haben sie gesagt, wenn die Kinder geimpft werden. Und ich habe gesagt, nein! Leute, ich bin Psychologin. Ihr werdet sehen,es wird sich gar nichts Großartiges bei uns tun in der Gesellschaft. Die Masse wird sich dem beugen und bei den Eltern wird die Dissonanztheorie greifen, nämlich, sie werden sich's schön reden. Das heißt auch, alle jene, die jetzt sagen, über meine Leiche, werden langsam spröder werden und sagen: Ich wollt dass der Maxi mit seinem Freund, dem Felix 'zamm ist, ja und ich wollt ihnen das nicht antun – blablabla.

Ah, das heißt, sie werden einiges – einknicken und sich selbst das schönreden, damit sie sich selbst überhaupt ertragen können. Was ich als kriminell ansehe, ja, absolut, ist zum Beispiel, was von einem Gesundheitsminister kommt, der Kindern suggeriert, sich impfen zu lassen. Und das ist absolut unethisch. Also, es reicht, mal in einem Kurs zu sehen, wie werden zum Beispiel im juristischen Setting Verhöre geführt. Man darf nicht suggerieren, ja! Man soll nicht suggerieren – er suggeriert. Viele suggerieren, nicht nur er.

Aber grade als Gesundheitsminister und Arzt darf ich nicht suggerieren. Kindern nicht durch die Blume sagen – ihnen die Rutsche legen.
Das ist absolut verachtenswert und aus meiner Sicht als Psychologin – wie gesagt – ich hab's schon gesagt, absolut kriminell und untragbares Verhalten. Die Medien müssen endlich anfangen, diese Lügengeschichten und diese Propaganda zu verbreiten. Das muss ein Ende haben. Und wenn jeder einzelne Journalist den Bleistift niederlegt und sagt, ich mache das nicht mehr mit! Ich schreibe das nicht! Wenn jeder Arzt sagt, ich mache nicht mit! Wenn jede Krankenschwester sagt, ich mache nicht mit! Dann hat das System ein Problem – und zwar ein massives. Und das ist genau das, vor dem sich alle fürchten. Das heißt, einfach tun!

E. Mittmannsgruber: Sie tun ja auch sehr viel und stecken grad mitten in einem neuen Projekt. Wie geht es denn da voran?

K. Pracher-Hilander: Ja, danke der Nachfrage. Ich hab's ja letztes Mal kurz angeschnitten. Ich hab den Verein „Psychologie für Demokratie“ gegründet. Das heißt, absolut angewandte Psychologie und Evidenzwissen aus der Psychologie für Jedermann zugänglich. Und, es ist sehr interessant für Juristen, die hier jetzt auf Inputs zurückgreifen, auch jeden Tag anrufen, inwieweit wir mit psychologischen Inputs ihre Argumentationen unterstützen könnten. Ich hab letztes Mal gebracht, das Beispiel mit Kontrollverlust, was es bei alten Menschen macht, dass es wirklich tatsächlich so quasi als Tötungswaffe eingesetzt werden kann, weil wir einfach psychologisch die Menschen bis zu einem Punkt bringen, wo sie nicht mehr weiter wollen. Das heißt, diese Inputs tragen wir zusammen, erfassen sie und geben sie den Juristen weiter und zwar global.
Es ist ein globales Projekt. Es ist jetzt natürlich noch in den Kinderschuhen, aber sehr spannend, das heißt, die Resonanz, das Feedback ist sehr, sehr positiv. Obwohl wir noch überhaupt keinen Bekanntheitsgrad haben im Prinzip, tut sich schon einiges. Und an dieser Stelle würde ich mich gerne bei den Spenderinnen und Spendern bedanken. Also ich bin wirklich jedes Mal extrem gerührt, wenn ich sehe, dass Menschen einfach hier Hoffnung sehen und den Verein jetzt unterstützen, einfach die Psychologie unterstützen. Wir machen hier wunderbare Arbeit, denke ich, sehr, sehr geerdete Arbeit und sie wird Früchte tragen. Und ich bin mit Herz und Blut Psychologin und kann mich hier natürlich jetzt wunderbar austoben und kramen und hab auch tolle Menschen, die mich unterstützen, die mir ihre Hilfe anbieten. Und wir sind jetzt grade dabei, das Team von sechs bis acht zusammenzustellen. Also einige haben wir schon und – ganz, ganz wunderbar. Freut mich sehr, dass das so gut funktioniert und dass ich das auch hier etwas publik machen durfte.

E. Mittmannsgruber: Sehr gut. Ja, dann wünsch ich Ihnen weiterhin viel Erfolg und danke für das spannende Gespräch.

K. Pracher-Hilander: Danke für die Einladung.

von nis.

Quellen/Links:

Auf 1: Psychologin Pracher-Hilander: "Wir brauchen die Massen nicht!"
https://auf1.tv/aufrecht-auf1/psychologin-pracher-hilander-wir-brauchen-die-masse-nicht/

Quelle

Veröffentlicht in Lückenpresse.